MITGLIEDERBEREICH 
 

 
 

 
!!! Achtung, Webseite wurde aktualisiert!!!


Sie befinden sich auf der alten Internetseite vom Linux Verband.

Besuchen Sie unsere neu Webseite mit aktuellen Open Source News und weiteren Neuigkeiten unter www.linux-verband.de


News


Gemeinsame Pressemitteilung
Freitag, den 9. April 2010 00:08
 
 

Linux-Verband und LiSoG gegen schleichende Abkehr von offenen Standards

Berlin/Stuttgart, 8. 4. 2010 – Mit Sorge beobachten der LIVE Linux-Verband und die LiSoG e.V., das Netzwerk für Open-Source-Geschäftslösungen im deutschsprachigen Raum, einen unübersehbaren Trend in der IT-Politik der Bundesrepublik und in der Europäischen Union, sich von offenen Standards abzuwenden und proprietäre sowie patentbehaftete Elemente zu erlauben. Diese Ausrichtung wird zum einen die Interoperabilität der IT-Systeme und die elektronische Kommunikation zwischen Bürgern und öffentlichen Verwaltungen erschweren. Zum anderen werden dadurch auf die Steuerzahler höhere Kosten zukommen.


Seit dem 1. April dieses Jahres ist in der Bundesrepublik Deutschland der IT-Staatsvertrag in Kraft. In seiner Folge wird ein IT-Planungsrat aus Vertretern von Bund und Ländern zusammentreten, der auf Grundlage der vom Bundestag verabschiedeten Leitlinien künftig die IT-Politik Deutschlands bestimmen wird. In diesen Grundsätzen ist unter anderen vorgeschrieben, der IT-Planungsrat solle die „vorrangige Verwendung bestehender Marktstandards“ in der IT der deutschen öffentlichen Verwaltung vorantreiben.


Auf europäischer Ebene arbeitet die EU-Kommission an einer neuen Version des „European Interoperability Framework“ (EIF), das seit 2004 die Interoperabilität der IT-Systeme verschiedener Behörden vereinfachen soll. Im November letzten und im März dieses Jahres sind Entwürfe für eine zweite Version an die Öffentlichkeit gelangt, die eher eine Verschlechterung als eine Verbesserung der ersten EIF-Version erwarten lassen. Obwohl es offenbar heftigen Widerspruch gab, bringt auch das aktuelle Dokument „Draft 03/2010“ keine auch nur ansatzweise akzeptable Definition, was offene Standards ausmacht. Vielmehr soll alles als offen und akzeptabel gelten, was Marktrealitäten und Budgetbedingungen der Behörden entspreche.


Nach Ansicht von LiSoG und LIVE sind offene Standards keine Beliebigkeiten, sondern lassen sich unzweideutig definieren. Es gibt dazu beispielsweise die AEIOU-Kriterien. Nach denen sind offene Standards:

* aufbauend auf anderen offenen Standards

* existierend in mehreren Umsetzungen

* implementierbar ohne rechtliche oder technische Hindernisse

* offengelegt und daher für alle verfügbar

* unabhängig von einem einzelnen Unternehmen.


„Marktstandards zu fordern heißt nichts anderes, als bestehende Monopole im IT-Bereich zu festigen“, kritisiert Elmar Geese, Vorsitzender des Linux-Verbands. In Richtung EU merkt er an: „Schwammige Formulierungen bewirken nur das exakte Gegenteil einer Standardisierung.“ Es sei den Bürgern nicht zuzumuten, dass sie möglicherweise bestimmte proprietäre Software kaufen müssten, um mit Ämtern elektronischen Datenaustausch zu betreiben. Geese: „Unter solchen Vorzeichen würde e-Government ad absurdum geführt. Große Teile der Gesellschaft könnten daran nicht teilhaben.“


Für Thomas Uhl, stellvertretender Vorsitzender der LiSoG, ist das Thema von entscheidender Bedeutung für die uneingeschränkte Nutzung offener Software. „Offene Standards sind die Grundlage für Interoperabilität und einen fairen Wettbewerb“. Uhl betont weiter: „Bei der LiSoG beschäftigen wir uns stark mit der Interoperabilität zwischen Open-Source- und proprietärer Software. Die Integration von 'closed' und 'open source' sowie die Erarbeitung und Pflege eines LiSoG Cloud Stacks zur gemeinsamen Definition von Standards stehen hierbei im Vordergrund unserer Arbeit.“



Über den LIVE Linux-Verband:

Der LIVE Linux-Verband ist die Interessenvertretung der Open-Source-Unternehmen in Deutschland und Europa. Unser Ziel ist die weitere Verbreitung von Open-Source-Software und offenen Standards. Den Mitgliedern bieten wir seit mehr als zehn Jahren ein einzigartiges Netzwerk zum Informationsaustausch, zur Zusammenarbeit und zum gemeinsamen Ausbau unseres erfolgreichen Geschäfts mit Freier Software. Wir dienen Medien, Wirtschaft, Verwaltung und Politik als unabhängiger Berater und vertreten aktiv die Interessen unserer Mitglieder.

Mehr: www.linux-verband.de

 

 

Über die LiSoG e.V. :

Die LiSoG vernetzt Anbieter und Anwender aus dem Open-Source-Bereich. In Arbeitstreffen und Projektgruppen werden Lösungen zu aktuellen IT- und Open-Source-Themen erarbeitet. Dass Open Source ein tragfähiges Geschäftsmodell darstellt, zeigt die LiSoG in zahlreichen Veranstaltungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Derzeit hat das Netzwerk 102 Mitglieder - darunter führende IT-Unternehmen, kleine und mittlere IT-Firmen sowie Anwender aus der öffentlichen Verwaltung und der Wirtschaft. Neben der Geschäftsstelle in Stuttgart unterhält die LiSoG Kontaktbüros in Hamburg, Wien und Zürich.

Mehr: www.lisog.org

<- Zurück zu: Home externe News Archiv

NEWS
29.04.10

Bundesverdienstkreuz für Georg Greve, FSFE

mehr
27.04.10

Kritik am IT-Staatsvertrag zieht weitere Kreise

mehr
19.04.10

Fortschritte bei Handys motivieren andernorts

mehr
9.04.10

Linux-Verband und LiSoG gegen schleichende Abkehr von offenen Standards

mehr
6.04.10

Entwurf für Rahmenwerk macht Offenheit bedeutungslos

mehr