| Das es neben den Produkten eines US Monopolisten ein umfangreiches
Angebot von OpenSource Software auch für Endanwender gibt,
scheint nachhaltig ein blinder Fleck in der Wahrnehmung deutscher
Politiker zu sein. "Es ist immer wieder dieselbe Geschichte: Microsofts
Lobbyisten denken sich eine angeblich uneigennützige Initiative aus, und
bis hin zur Bundeskanzlerin wird unreflektiert mitgemacht," so Elmar
Geese, Vorsitzender des Linux Verbands zur Initiative "IT-Fitness", auf
Grund deren Ergebnisse das Handwerk die mangelnde IT-Kompetenz von
Auszubildenden beklagt. Da der online angebotene Test sich fast
ausschließlich auf Microsoft-Produkte bezieht ist es für die Nutzer
anderer Systeme wie Linux nahezu unmöglich diesen "Test" zu bestehen.
Auf Anfrage schrieb die Initiative "IT-Fitness" interessierten Testern
(Zitat):
"Wer alternative Programme verwendet ist dabei leider zwangsläufig im
Nachteil. Wir sehen aber auch keine Möglichkeit, wie wir dieses lösen
können."
Während auf der einen Seite die angebliche mangelnde IT-Kompetenz
beklagt wird, wird auf der anderen Seite einseitig Abhängigkeit zu
bestimmten Herstellern aufgebaut und gefördert. "Die Formulierung, man
sei als Anwender vonLinux oder Mac Systemen 'zwangsläufig' im Nachteil,
zeigt ganz klar,welche Absicht hinter der Initiative steht. Sich als
Werbeträger für den Weltmarktführer einspannen zu lassen hat mit
Transparenz wenig zu tun und zeigt zudem, dass die deutsche Politik
jegliches Interesse für Aufbau und Nutzung eigener IT-Produkte vermissen
läßt." Dies sei leider kein Einzelfall, so Geese weiter, die
Unterstützung weiterer Initiativen wie "Sicherheit im Internet" wie auch
die kürzliche Entscheidung zu offenen Standards zeige eindeutig, wie
stark die Bundesregierung von Microsoft Lobbyisten beeinflusst sei. "Es
ist mittlerweile beängstigend und skandalös, wie wie deutsche Politik
und Teile der US-amerikanische IT-Industrie hier schon fast
selbstverständlich Hand in Hand arbeiten".
Artikel auf Golem
Artikel auf Pro-Linux |