| Vor dem Hintergrund der positiven Entscheidung des deutschen DIN zur Standardisierung von Microsofts Office Dateiformats fordert der Linuxverband eine pragmatische Auseinandersetzung mit der möglichen ISO
Standardisierung von Microsoft OOXML.
"Ich befürchte, das wir uns auf mehrere Standards einrichten müssen und sollten. Gerade Anwendersoftware wie Office Pakete definieren sich über Funktionalität und Features, die letztendlich auch ihren Ausdruck in Dateiformaten finden, da ist eine gewisse Vielfalt nichts Ungewöhnliches," so Elmar Geese, 1. Vorsitzender des Linux-Verbandes.
Natürlich sei der Microsoft Standard mit 6000 Seiten Umfang für den Mitbewerb nicht vollständig implementierbar, es sei nicht einmal davon auszugehen, das ein einziges Microsoft Produkt das tue. Aber man müsse realistischerweise davon ausgehen, das Microsoft mit seiner Lobbymacht genug Einfluß habe, die ISO Standardisierung auch zu erreichen, das zeige die deutsche Entscheidung deutlich.
Deswegen solle man sich auf eine vernünftige Untermenge von Funktionalitäten verständigen, und für diese ein Mapping zwischen ODF und OOXML definieren. Dokumente, die das ausschließlich das Subset verwenden, gälten dann als interoperabel. So würden auch die Hürden für Softwareprodukte und Projekte jenseits von OpenOffice.org und Microsoft Office gesenkt, ein Dokumentenaustauschformat zu unterstützen.
"Sicherlich bedeutet die deutsche Haltung nicht, das OOXML den Weg zur ISO Standardisierung bereits geschafft hat, dennoch halte es ich für wichtig, neben der Fundamentalopposition auch andere Wege aufzuzeigen, die den Anwendern Interoperabilität ermöglichen", so Geese. "Auch wenn die Sinnhaftigkeit von OOXML zweifelhaft ist, stellt es gegenüber den vormaligen Binärformaten wenigsten insoweit einen Fortschritt da, das es analysierbar und besser integrierbar ist. Als gelebter Standard macht es jedoch keinen Sinn, da es defakto lediglich von einem Unternehmen kontrolliert wird." |