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Krise und Erfahrungen beflügeln Open Source
Samstag, den 30. Januar 2010 03:38
 

VON: LUDGER SCHMITZ*

 

The 451 Group spricht nach Umfrage von „Klimawandel“ auf Seiten der Anwender

Genau 1711 Anwender in den USA und Europa hat das Marktforschungsunternehmen „The 451 Group“ nach ihren Einstellungen gegenüber quelloffener Software befragt. Die bekunden vor allem, dank Open Source finanzielle Vorteile gewonnen zu haben.


Krise und Sparmaßnahmen sind unverändert Topthemen in den IT-Organisationen. Den „Zeitgeist“ scheinen Open-Source-Produkte genau zutreffen. Fast die Hälfte, nämlich 46,5 Prozent, der Befragten bekundete, sie wären wegen ökonomischer Umstände heute geneigter, quelloffene Produkte zu benutzen. Damit ist das finanzielle Argument im Vergleich zu einer Studie der 451 Group aus dem Jahr 2006 noch verstärkt worden.


An der zweiten Stelle findet ein Argument mehr Zustimmung als jemals zuvor: 39 Prozent der Open-Source-Anwender sehen Flexibilität als einen gewichtigen Pluspunkt für diese Software-Kategorie. Die Vermeidung eines Vendor-Lock-in liegt mit 9,2 Prozent und damit deutlichem Abstand auf Platz Drei. Aspekte wie Zuverlässigkeit, Performance oder Sicherheit nennen Anwender immer noch als Vorteile. Sie liegen aber allesamt deutlich unter zehn Prozent und haben in Sachen Überzeugungskraft wohl an Gewicht verloren.


Der wahre Knackpunkt für IT-Produkte und -Dienstleistungen ist die Erfüllung der Erwartungshaltung auf Seiten der Kunden. Nur in vier Prozent der Fälle hatten Open-Source-Projekte laut 451-Group-Befund das Ziel der Kosteneinsparungen nicht erreicht. Aber rund 58 Prozent sehen ihre Erwartungen als erfüllt an. 29 Prozent der Anwender spricht sogar von „mehr als erfüllt“. Bei einigen Anwendern war es einfach zu früh für eine Aussage, bei anderen gab es erstaunlicher Weise gar keine Kostenkalkulation.


Im direkten Zusammenhang mit den Einsparungen sehen die Anwender laut 451 Group die Kostenvorteile bei Softwarelizenzen und Maintenance als die größten Vorteile von Open Source. 84 Prozent nannten Lizenzkosten als Hauptvorteil. Erstaunlicherweise kam die Vereinfachung des Lizenzmanagements mit 54 Prozent schon auf Platz Zwei. An dritter Stelle folgen bei fast 44 Prozent der Anwender günstigere Maintenance-Verträge. Weitere Argumente wie geringeren Hardwarekosten, besserer Support, höhere Produktivität (und damit wohl im direkten Zusammenhang) einfachere Software-Entwicklung zählen immer noch bei mehr als 30 Prozent der Befragten.


Die 451 Group zieht aus ihren Befragungergebnissen einige Schlüsse: Unter den bestehenden ökonomischen Bedingungen würden die IT-Budgets weiter unter Stress stehen, was Open Source einen anhaltenden Vorteil verschaffe. Quelloffene Software sei den DV-Verantwortlichen nichts Unbekanntes mehr, sondern wird bis in der Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen „mit Kosteneinsparung assoziiert“.


Die mit Open Source einhergehende Flexibilität entspreche den Notwendigkeiten der ökonomischen Bedingungen. Sie werde auf absehbare Zeit sogar den Kostenvorteil als wichtigstes Argument überholen. Und zunehmend würden Open-Source-Entwicklungen dort aufmerksam verfolgt, wo Unternehmen und Verwaltungen ein Auge auf die Effektivität ihrer IT-Abteilungen werfen.

*Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in München.

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